Gibt es einen Dörrautomat-Test der Stiftung Warentest?

Nein, die Stiftung Warentest hat laut ihrem Beitrag „Obst und Gemüse dörren“ vom 29.08.2025 selbst noch keine Dörrautomaten getestet. Sie verweist auf den Test der tschechischen Partnerorganisation dTest aus dem Jahr 2021: Die meisten Geräte arbeiteten gut, an erster Stelle lag der Sencor SFD 851GR, knapp dahinter der ECG SO 570, auf Platz drei der Profi Cook DR 1116.

Bei der Trocknungszeit gab es je nach Obstsorte große Unterschiede: Äpfel waren in rund vier Stunden trocken, Weintrauben brauchten bei fast allen Geräten mehr als 20 Stunden, bei dem langsamsten 35 Stunden. Zu Tests von Öko-Test oder Chip und zu einzelnen Marken wie Silvercrest (Lidl), WMF, Arendo oder Wartmann wertet diese Seite keine Quelle aus. Prüfe solche Geräte mit der Checkliste weiter unten.

Welche Daten nennen die Hersteller bei sechs Dörrautomaten?

Die Werte stehen so auf den Herstellerseiten (abgerufen 01.10.2026). Fehlende Angaben, etwa zur Luftführung, sind nicht geschätzt, sondern als nicht angegeben vermerkt. Die Reihenfolge ist keine Wertung.

Die Geräte unterscheiden sich stark in Größe und Zielgruppe: Steba bietet Haushaltsgeräte, Klarstein nennt für die Master-Jerky-Modelle Gastronomie und Hofladen.

Herstellerangaben zu sechs Dörrautomaten, abgerufen am 01.10.2026
GerätLeistungTemperaturTimerEinschübe und FlächeLuftführung und Material
Steba ED 5350 W40 bis 70 °C1 bis 36 Stunden5 Einschübe zu je 32 x 25 cm, Gesamtfläche nicht angegebenLuftführung nicht angegeben; Einschübe aus BPA-freiem, transparentem Kunststoff, Gehäuse Edelstahl
Steba ED 6800 W35 bis 90 °C1 bis 24 Stunden6 Edelstahl-Einschübe zu je 37 x 30 cmLuftführung nicht angegeben; Edelstahl
Steba ED 80500 W30 bis 85 °C1 bis 24 Stunden8 Edelstahl-Einschübe (je etwa 30 x 28 cm), etwa 0,67 m² TrockenflächeLuftführung nicht angegeben; Edelstahl
Klarstein Captain Jerky 1101.000 W30 bis 90 °C0 bis 24 Stunden10 Edelstahl-Einschübe, etwa 1,1 m² TrockenflächeLuftführung nicht angegeben; Edelstahl, BPA-frei laut Hersteller
Klarstein Master Jerky 161.500 W40 bis 90 °Cbis 15 Stunden16 Edelstahl-Einschübe, mehr als 2,5 m² Trockenflächehorizontaler Luftstrom; Edelstahl
Klarstein Master Jerky 3502.000 W30 bis 90 °Cbis 24 Stunden24 Metall-Einschübe, Fläche nicht angegebenhorizontaler Luftstrom; Edelstahl-Konstruktion

Worauf achtest du beim Kauf eines Dörrautomaten?

Prüfe zuerst, ob der Temperaturbereich 60 °C einschließt, ob ein Ventilator verbaut ist und ob es einen Timer gibt. Das NCHFP nennt als Ausstattungsmerkmale doppelwandige Bauweise aus Metall oder hochwertigem Kunststoff, geschlossene Heizelemente, einen eingebauten Thermostat, Ventilator oder Gebläse, vier bis zehn offene Gitter-Einschübe und einen Timer.

Ein Timer lohnt sich, weil die Trocknung oft über Nacht endet: Er schaltet das Gerät aus und verhindert Anbrennen. Holz ist nach dem NCHFP wegen Brandgefahr und schwerer Reinigung nicht empfohlen.

Vergleiche nur Werte, die der Hersteller für dasselbe Merkmal nennt, und lege dieselben Fragen an jedes Gerät an:

  • Temperaturbereich: Liegt 60 °C (140 °F) im einstellbaren Bereich?
  • Trocknungsfläche in m² statt nur Anzahl der Einschübe: Wie groß sind die Gitter?
  • Luftführung: Horizontal, vertikal oder nicht angegeben?
  • Timer: Wie lange lässt er sich einstellen, schaltet das Gerät danach ab?
  • Material: Edelstahl, Kunststoff, BPA-frei nur, wenn der Hersteller es nennt.
  • Leistung in Watt immer zusammen mit Fläche und Einschüben lesen.
  • Quelle und Abrufdatum notieren, da Hersteller Daten ändern.

Welche Temperatur und Leistung braucht ein Dörrautomat?

Der Dörrautomat sollte 60 °C halten können. Nach der University of Illinois Extension trocknen Lebensmittel am besten bei etwa 140 °F (60 °C); bei höheren Temperaturen garen sie eher, als dass sie trocknen. Das NCHFP empfiehlt einen Thermostat von 85 bis 160 °F (etwa 29 bis 71 °C).

Für Fleisch (Jerky) nennt das NCHFP 140 °F (60 °C) im vorgeheizten Dörrautomaten oder Ofen. Zusätzlich muss das Fleisch einmal 160 °F (71 °C) erreichen, vor dem Trocknen in der Marinade oder danach im Ofen bei 275 °F (135 °C). Trocken ist Obst bei etwa 20 % Restfeuchte, geschmeidig und nicht klebrig; Gemüse ist spröde bis knusprig bei etwa 10 %.

Eine Wattzahl als Kaufziel nennt keine dieser Quellen. Die Herstellerdaten zeigen nur, dass die Leistung mit der Gerätegröße steigt, von 350 W bei fünf Einschüben bis 1.500 W bei 16 Einschüben.

Richtwerte zum Trocknen im Dörrautomaten (NCHFP, University of Illinois Extension)
DörrgutTemperaturWann es fertig ist
Obstetwa 60 °C (140 °F)etwa 20 % Restfeuchte, geschmeidig und nicht klebrig
Gemüseetwa 60 °C (140 °F)etwa 10 % Restfeuchte, spröde bis knusprig
Fleisch (Jerky)60 °C (140 °F), dazu einmal 71 °C (160 °F) im FleischErhitzen in der Marinade vor dem Trocknen oder danach im Ofen bei 135 °C (275 °F)

Ist horizontaler oder vertikaler Luftstrom besser?

Beide Bauformen funktionieren, aber horizontaler Luftstrom hat laut NCHFP drei Vorteile: Aromen vermischen sich weniger, alle Einschübe bekommen gleich viel Wärme, und Flüssigkeit tropft nicht auf das Heizelement. Bei horizontalem Strom sitzen Heizelement und Ventilator seitlich.

Bei vertikalem Luftstrom sitzen Heizelement und Ventilator unten. Dann können sich Aromen verschiedener Lebensmittel mischen, und Flüssigkeit kann in das Heizelement tropfen. Nicht jeder Hersteller nennt die Bauform; wo sie auf der Quelle fehlt, steht sie in der Tabelle als nicht angegeben.

Lohnt sich ein Dörrautomat gegenüber dem Backofen?

Ja, wenn du regelmäßig trocknest: Ein Dörrautomat hat Heizelement, Ventilator und Lüftungsöffnungen und ist laut NCHFP darauf ausgelegt, Lebensmittel bei 140 °F (60 °C) schnell zu trocknen. Wer nur einmal im Jahr dörrt, für den lohnt sich der Kauf nach test.de nicht.

Der Backofen eignet sich nach der University of Illinois Extension für gelegentliches Trocknen kleiner Mengen, wenn er eine niedrige Temperatur von 140 °F (60 °C) halten kann. Wer ihn nutzt, lässt die Tür leicht geöffnet und stellt einen Ventilator davor, um die Bedingungen eines elektrischen Dörrautomaten nachzubilden. Als Nachteile des Ofens nennt test.de höheren Energieverbrauch, weniger präzise Temperaturkontrolle, nicht optimale Luftzirkulation und eine Mindesttemperatur von meist rund 50 °C, die oft zu hoch ist. Die Mikrowelle eignet sich nicht, weil heiße Stellen den Wasserentzug ungleichmäßig machen.

Der Hauptnachteil eines Dörrautomaten ist laut NCHFP die begrenzte Kapazität: Rund zwölf Quadratfuß (etwa 1,1 m²) Trockenfläche trocknen etwa einen halben Bushel Erntegut.